Viel Lärm um nichts: Behördliche Willkür?

Die beiden Kebab- und Würstelstände vor der U6-Station Josefstädterstraße, die aus Sicht der Bezirksverwaltungen Josefstadt und Ottakring unbedingt weg gehörten, dürfen nun doch bleiben – der Wiederaufbau war am 16. Dezember in vollem Gange.
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Das politisch inszenierte Tam-Tam um die beiden Stände, ihre angebliche Behinderung der FußgängerInnen auf dem Weg zur U-Bahn-Station, ihr mutmaßlicher eigennütziger Beitrag zur Alkoholisierung der Menschen, die im JOSI betreut werden, dem Tageszentrum für Obdachlose und Straßensozialarbeit im Stationsgebäude – all das ist nun offenbar doch nicht relevant, und das Marktamt hat den Betrieb der beiden “Marktstände” wieder genehmigt.

Was mich freut, da ursprünglich ja das endgültige Aus für die beiden Stände ausgemachte Sache schien – was die wirtschaftliche Existenz einiger Familien ernsthaft gefährdet hätte.

Was mich überhaupt nicht freut: Dass Behörden quasi “aus der Hüfte geschossene”, offenbar unüberlegte Entscheidungen treffen, die Betroffenen in Angst und Schrecken versetzen und monatelang im Ungewissen lassen, von den von ihnen zu tragenden Kosten einmal abgesehen (u.a. Verdienstentgang und Ab- und Rücktransport der Stände).

Angeblich leben wir in einem demokratischen Rechtsstaat. Mich erinnert diese Vorgangsweise allerdings eher an feudalistische Verhältnisse: Die Bezirksbehörden und das Marktamt nehmen sich scheinbar die Freiheit, mit ihrem Machtbereich wie mit einem “Lehen”, also quasi wie mit Privateigentum zu verfahren; wir Wählerinnen und Wähler dürfen lediglich untertänigst um eine Audienz bitten, um unseren Standpunkt darzulegen. Ab und zu werden wir auch erhört. Vielleicht, aber vielleicht auch nicht.
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